Autor: Markus Theiß
Auch wenn die Preise für die Nmin-Analysen im Labor sichtbar gestiegen sind (rd. 3 bis 4 EUR je Doppelprobe), das ungewohnt winterliche Wetter für die Probenahme momentan alles andere als dienlich ist und die zusätzlichen Vorgaben im Nitratgebiet, u.a. auch die Nmin-Pflicht, vorerst ausgesetzt sind, so bleibt die Feststellung des mineralischen Bodenstickstoffs (Nmin) ausgangs des Winters das Fundament für ein umsichtiges und wirtschaftlich vernünftiges Handeln im Frühjahr.
Unserer Erfahrung nach ist die Nmin-Methode hierbei nicht für alle Kulturen gleichermaßen bedeutsam. Der Schwerpunkt sollte vor allem auf dem Wintergetreide liegen.
Hier kann der Nmin-Gehalt zu Beginn der neuen Vegetation eine große Spannweite aufweisen. Nach dem trocknen Herbst und Winter ist einerseits mit einem deutlich geringeren Sickerwasseranfall zu rechnen, auf der anderen Seite waren die Mineralisationsbedingungen im Herbst aufgrund der fehlenden Durchfeuchtung der Krume eher ungünstig. Dies zeigte sich im November 2025 auch in sichtbar geringen Nmin-Werten (20-30 kg/ha weniger als im Vorjahr in 0-60 cm).
Alles schätzen und mutmaßen nützt letztlich nichts. Besonders nach Blattvorfrüchten, allen voran Leguminosen, aber auch nach Raps, ist es sinnvoll, sich durch eine gezielte Nmin-Beprobung Sicherheit zu verschaffen. Da die Wirkung des zu Vegetationsbeginn in 0-60 cm vorhandenen Nmin, dem in Mineraldüngern enthaltenen Stickstoff, gleichzusetzen ist, können somit unnötig hohe Startgaben vermieden werden.