Versuch macht klug – auch im Landwirtschaftsbetrieb!
agumenda/ Februar 28, 2025
Autorinnen: Corina Sinkwitz und Katharina Farack
Bei Weiterbildungen, z. B. zum staatlich geprüften Wirtschafter/in für Landwirtschaft, steht das Schreiben einer Abschlussarbeit auf dem Pflichtprogramm. Dann heißt es selbst einen Versuch anlegen und auswerten. Damit dieses Vorhaben gelingt und belastbare Ergebnisse ermittelt werden, haben wir versucht, den Fachschülern der Wirtschafterklasse am neuen Schulstandort in Nossen im Rahmen einer Unterrichtseinheit unsere „Tricks und Kniffe“ aus dem Versuchsalltag weiterzugegeben.
- Die Fragestellung
Die Formulierung einer genauen Versuchsfrage legt den Grundstein für die Versuchsplanung. Fragen die man sich dazu stellen kann sind z. B.: „Welchen Prozess im Betrieb möchte ich hinterfragen?“ und „Welche Vorteile erhoffe ich mir aus den Untersuchungen?“ und „In welcher Kultur soll die Fragestellung untersucht werden?“.
- Die Versuchsfläche
Es sollte ein Feld gewählt werden, welches von den Bodenarten/-eigenschaften überwiegend homogen ist, keine übermäßigen Höhenunterschiede innerhalb der Fläche aufweist (Kuppe, Senke) sowie in den Vorjahren einheitlich bewirtschaftet wurde. Denn nur wenn man dies berücksichtigt, kann ein im besten Fall entstandener Unterschied zwischen den Varianten eindeutig auf den zu untersuchenden Prüffaktor zurückgeführt werden (Abbildung 1).

- Der Versuchsaufbau
Dieser leitet sich aus der Versuchsfrage ab. Je besser diese formuliert ist, desto einfacher ist die Anlage zu planen. Dafür sollte zunächst überlegt werden, wie viele unterschiedliche Varianten angelegt werden sollen. Zu berücksichtigen ist dabei immer, wie viel freie Kapazität man aufbringen kann, um den Versuch auch regelmäßig zu bonitieren. Je mehr Varianten, desto mehr Aufwand benötigt es. Immer mit einbezogen werden sollte eine betriebsübliche Variante, als Kontrolle, ob der untersuchte Prüffaktor im Vergleich zum bisherigen Verfahren wirklich besser oder doch schlechter abschneidet. Das Ziel sollte auch sein, sowohl räumliche als auch zeitliche Wiederholungen anzulegen. Die Anlage kann z. B. als Streifenlage in der Größe von ein oder zwei Arbeitsbreiten stattfinden, aber auch die Anlage an Düngefenstern, welche man sich absteckt, ist möglich.
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- Die Prüfmerkmale
Vor Versuchsanlage sollte man sich schon einmal überlegen: „Welche Prüfmerkmale möchte ich eigentlich bonitieren?“. Das kann z. B. die Durchführung von Bodenbeprobungen sein, das Erfassen des Feldaufgangs oder die Untersuchung der Nährstoffversorgung der Pflanzen im Rahmen einer komplexen Pflanzenanalyse (Abbildung 2). Dabei sollten auch bei der Erhebung der Prüfmerkmale, Wiederholungen in derselben Variante durchgeführt werden. Nur wenn man schon vorher einen Plan hat, den man verfolgen kann, vergisst man auch nichts und hat am Ende alle Daten beisammen für eine erfolgreiche Auswertung des Versuchs.

Es bleibt festzuhalten, je einfacherer man einen Versuch anlegt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, ihn erfolgreich und mit belastbaren Ergebnissen zu Ende zu führen.
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Natürlich gilt dieses Vorgehen nicht nur für Abschlussarbeiten, sondern auch für die Untersuchung von betriebsspezifischen Fragestellungen in jedem landwirtschaftlichen Unternehmen. Im Rahmen unserer Beratung zum landwirtschaftlichen Gewässerschutz legen auch wir jedes Jahr zusammen mit interessierten Betrieben an mehreren Standorten in Sachsen Praxisdemonstrationen an.
Sie haben Interesse an einer Praxisdemonstration oder brauchen Unterstützung bei der Anlage eines Versuches? Wir helfen Ihnen gern!
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Weiterführende Informationen sind unter den folgenden Verlinkungen zu finden:
https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1470-leitfaden-praxisversuche.pdf