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Bachforellen machen Fischer und Berater froh

30. April 2026
Marc Büchner

Gemeinsam mit dem Beratungsring Erosionsmindernde Landbewirtschaftung e. V. (Daniel Kunzendorf) und dem LfULG (Frau Peschke, Frau Reck, Frau Hoppe, Herr Völker) hatten wir heute eine ganz besondere Gewässerbegehung im Dreißiger Wasser (P-OWK). Nach einer kurzen Einführung zum Gewässer, inklusive Hinweisen zur Belastung mit PSM im Einzugsgebiet von Frau Hoppe, sind wir mit Herrn Völker, einem Fachmann aus dem Referat 76, auf Fischfang im Dreißiger Wasser gegangen. Das Fischvorkommen (Anzahl an Arten, Häufigkeit und Größe) im Vergleich zu einem definierten Zeitraum in der Vergangenheit ist ein Parameter für den biologischen Zustand eines Gewässers. Im Oberlauf des Dreißiger Wassers am Messpunkt in Perba wird dieser Parameter seit 20 Jahren regelmäßig gemessen.

Über die Ergebnisse berichtete Herr Völker und er beschrieb auch, welche Fischarten man hier finden müsste: den Gründling, die Bachforelle, die Elritze, die Bachschmerle und das vom Aussterben bedrohte Bachneunauge. In der anschließenden praktischen Befischung mittels Elektrofischgerät (keine Sorge, die Fische sind nur kurz betäubt!) konnten heute drei Arten (Elritze, Bachschmerle, Bachforelle) im Dreißiger Wasser gefunden werden. Besonders der Fund von zwei Bachforellen freute nicht nur den Fischer, sondern auch den Berater Andreas Wilhelm, der in der Kindheit noch Bachforellen in der Region gefangen, aber schon lange keine mehr im Dreißiger Wasser gesehen hat.

Nach dem Befischen machte sich die Gruppe interessierter Landwirte mit uns auf, um mögliche Umsetzungen zum Schutz vor Starkregen und Sturzfluten in der Gemarkung der Orte Beicha und Nelkanitz anzuschauen. Die „Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH“ hat im Auftrag der LEADER Region Altzella eine Konzeption zur Starkregenvorsorge und zum Schutz vor Bodenerosion erstellt und herausgearbeitet, in welchen Gebieten die Gefahr durch wild abfließendes Wasser und somit das Risiko für Schäden an Infrastruktur und Gebäuden besonders hoch ist. Wir nutzten heute die Möglichkeit, beim LWB Koch, die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen und mit den Vorschlägen des Ingenieurbüros – Retentionsbecken und Anhebung eines Feldweges – abzugleichen.  Auch wenn hier dank der konservierenden Bewirtschaftung der Flächen schon lange kein Bodenabtrag mehr passiert ist, würde der Betrieb zum Schutz des Ortes die Anlage von Retentionsbecken unterstützen. Jetzt müssen die richtigen Personen im Landkreis und in den Gemeinden angesprochen werden und eine Prüfung der Ideen, auch durch eine fachliche Begleitung durch das LfULG, angegangen werden.

Alle Vereinsmitglieder und Bewirtschafter im Einzugsgebiet des Dreißiger Wassers, die an dem Termin nicht dabei sein konnten, werden wir zur nächsten gemeinsamen Gewässerbegehung mit einladen. Unser Anliegen bleibt dabei, besser zu verstehen, wie die Gewässerökosysteme funktionieren und bewertet werden, um Lösungen zum Schutz anzustoßen.