Zum Hauptinhalt springen

Wie sich der Weizen an die Saattechnik anpasst oder was ist die ideale Aussaattechnik für Weizen?

2. April 2026
Corina Sinkwitz, Marc Büchner

Beim gut besuchten Feldtag des FBZ Wurzen am 24.09.2025 drehte sich alles um Aussaattechnik: Verschiedene Maschinen von Väderstad wurden auf einer Fläche der Agrargenossenschaft Laas eG getestet – einmal auf unbearbeitetem Boden (lediglich mit einer Messerwalze von Eidam überollt) und einmal auf frisch, 20 cm tief gegrubbertem Boden. Ziel: die optimale Weizenaussaat.

Ein halbes Jahr später, am 31.03.2026, waren wir erneut auf dem Acker, um zu schauen, wie sich die Bestände zum Vegetationsbeginn entwickelt haben. Einen ersten Eindruck hatten wir bereits am 05.12.2025 gewonnen, als wir mit einer kleinen Gruppe den Feldaufgang und die Entwicklung vor Winter begutachteten. Schon da zeigte sich: Die Pflanzen entwickeln sich gut.

Und dieser Eindruck hat sich bestätigt. Zum Vegetationsstart präsentieren sich alle Varianten in solider Verfassung. Überraschend dabei: Ob mit oder ohne vorherige Bodenbearbeitung –Unterschiede sind kaum zu erkennen. Spannender wird es hingegen beim Blick auf die eingesetzten Sätechniken.

Hier sticht besonders die Proceed-Variante hervor. Kräftige Einzelpflanzen, eine starke Bestockung und bis zu sieben Triebe pro Pflanze zeigen deutlich, welches Potenzial in dieser Technik steckt. Auch wenn die Pflanzen erfahrungsgemäß einen Teil der Triebe wieder reduzieren werden – denn die Wurzeln können nicht mehr als etwa vier ausreichend versorgen – gleicht dieser Bestand die geringere Saatstärke von 220 Körnern/m² und eine Feldaufgangsrate von gut 70 % mühelos aus.

Ein ganz anderes Bild liefert die Spirit-Variante: Mit 300 Körnern/m² und einer beeindruckenden Auflaufrate von 100 % stehen hier viele Pflanzen dicht beieinander – jede für sich mit  drei Trieben. Weniger üppig, aber absolut ausreichend.

Auch die Seed Hawk-Variante wurde mit 300 Körnern/m² ausgesät. Schon bei der Aussaat zeigte sich jedoch, dass diese Technik mit lockerem Untergrund ihre Schwierigkeiten hat. Trotzdem konnte eine Auflaufrate von etwa 80 % erreicht werden. Die Pflanzen bilden bis zu drei Triebe aus, auffällig ist jedoch ein bereits entwickeltes Kurztagsinternodium. Laut Christoph Seyfert (Hanse Agro) liegt das an der engen Stellung in der Reihe: Die Pflanzen treiben sich gegenseitig in die Höhe – was die Bestandesführung anspruchsvoller macht.

Im direkten Vergleich der Verfahren sieht die Proceed-Variante aktuell am vielversprechendsten aus. Die kräftigen Einzelpflanzen bringen nach Einschätzung von Seyfert das größte Ertragspotenzial mit.

Interessant ist auch der Vergleich mit dem betriebsüblich bereits am 10.09.2025 gesäten Bestand: Dieser ist den später gedrillten Varianten in der Entwicklung nicht voraus. Der Grund liegt im Vegetationsrhythmus – die generative Phase beginnt für alle Pflanzen erst mit zunehmender Tageslänge.

Ein Blick auf die Pflanzen selbst zeigt zudem leichte violette Verfärbungen an den Blattspitzen – ein typisches Zeichen für die aktuell noch kühlen Nächte. Die Witterung bringt dabei Vor- und Nachteile mit sich: Während Krankheiten kaum ein Thema sind (bis auf eine ältere Septoria-Infektion), zeigt ein Blick in den Boden, dass die vorhandene Restfeuchte schnell limitierend werden könnte, sobald das Wachstum richtig einsetzt.

Begleitend zum Versuch haben wir sowohl vor dem Winter als auch jetzt im Frühjahr die Nmin-Gehalte untersucht – ohne nennenswerte Unterschiede zwischen den Varianten festzustellen. Deutlicher waren die Unterschiede beim Blick auf die Bodenbedeckung: Diese wurde mit Soilcover analysiert und zeigt das erwartete, typische Muster (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Ergebnisse der Bodenbedeckungsmessung mittels SoilCover zur Aussaat am 24.09.2025 (*Spirit mit Vorwerkzeugen)

Gespannt sind wir auf die Ergebnisse nach der Ernte des Weizens.