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Blackbox Boden beim Umbruch von Luzernegras – wieder etwas mehr Licht im Dunkeln

14. April 2026
Wieland Ihm

In Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau untersuchten wir den Umbruch von Luzernegras hinsichtlich Stickstoffnachlieferung und Erosionsschutz. Bereits im Herbst 2025 wurden dafür die Verfahren Pflug und der aktiv angetriebene Geohobel eingesetzt. Am 10. März 2026 wurden fünf weitere Umbruchsvarianten angelegt. Am Dienstag, dem 14. April beleuchtete ein gemeinsamer Feldtag den Versuch in Raußlitz nahe Starbach.

Vordergründig ist das erfolgreiche Absterben der Luzerne- und Graspflanzen, damit diese nicht mit dem folgenden Hafer konkurrieren. Momentan konnte bei allen Verfahren aufgrund der trockenen Witterung bisher kaum Wiederaustrieb festgestellt werden. Genaue Ergebnisse lassen sich erst mit ein paar Wochen Vegetation bonitieren.

Tiefer eingestiegen wurde nicht nur mit dem Bodenprofil, angesprochen durch Thomas Heymann LfULG Plauen, sondern auch zum Spannungsfeld Gewässerschutz aufgrund hohem Stickstoff-Nachlieferungspotentials nach der Leguminose. Das Nachlieferungspotential ist eng verknüpft mit der Ertragshöhe der Luzerne. Anhand der Ergebnisse verschiedener Versuche zeigte Lukas Schmidt KPZ Ökologischer Landbau, dass die Mineralisation dieses Stickstoffs meist über mehrere Jahre stattfindet und dabei stark von Jahreseffekten wie Bodenfeuchte und Temperatur abhängt. Konkret kann die Fruchtfolge Hafer und Weizen als Nachfrüchte empfohlen werden: Der Frühjahrsumbruch birgt ein geringeres Auswaschungsrisiko und der nachfolgende Weizen wird aus der Nachlieferung ausreichend versorgt.

Praxistest Infiltration
Die Infiltrationsgeschwindigkeit war bei Frühjahrsumbruch dem Herbstumbruch weit überlegen – statt in vier Minuten versickerten dort 25 l /m² innerhalb von gut 30 Sekunden. Dies ist ein Indikator für die negative Wirkung der Herbstbearbeitung auf die Oberflächenstruktur des schluffreichen Lössbodens.

Mehrjähriger Anbau von Futterleguminosen hat einen positiven Effekt auf das Bodengefüge, indem der Lebendverbau von Bodenpartikeln mit Wurzelausscheidungen gefördert wird. Der Erhalt von diesen wasserstabilen Bodenaggregaten wurde einem Praxistest (siehe Abbildung 3) veranschaulicht. Auch in diesem Parameter waren die Frühjahrsumbruchvarianten gegenüber dem Herbst in der Verschlämmungsbonitur besser.

Die Erkenntnisse des Feldtages zeigten die Vorteile der mehrjährigen Feldleguminosen für den Boden und gleichzeitig gibt es Anlass, den Blick bezüglich des Umbruchs dieser und weiterer nachlieferungsreicher Kulturen hinsichtlich N-Effizienz und Gewässerschutz zu schärfen.

Nutzen Sie gern die verlinkten Poster zur Einordnung und wenden Sie sich bei Fragen zur Umsetzung in Ihrem Betrieb gern an uns oder das Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau.

Wir werden hier informieren, sobald eine Feldbesichtigung des Versuches zum Durchwuchs festgelegt ist.