Sonnenblumen – eine Kultur mit Zukunft?
Dem überwältigenden Interesse an der Fachinformationsveranstaltung am 02. September 2026 nach zu urteilen, können wir sagen – JA! Für immer mehr Betriebe wird der Sonnenblumenanbau interessant. So wurde von ca. 40 Landwirten und Landwirtinnen der Austausch am Rand des Sonnenblumenfeldes des Schicketanzhofs genutzt. Auf dem Programm standen Saatstärken, Sorten, Pflanzenschutz und die Ökonomie.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch die AgUmenda mit Erkenntnissen vom Fruchtfolgeversuch in Strelln, wo Sonnenblumen und Raps in zwei Fruchtfolgen parallel stehen und daher ökonomisch gegenübergestellt werden können. Bei der Auswertung wurde festgestellt, dass die Sonnenblume mit den Rapserlösen am Standort in Nordsachsen mithalten kann (siehe Abbildung 1). Auch beim Schicketanzhof wurde in Vorbereitung auf den Feldtag fleißig gerechnet. Paul Kompe schilderte, dass Sonnenblumen nach einer langen Anbaupause erstmals wieder angebaut werden. Vorab hat er berechnet, dass bei der betriebsüblichen Bewirtschaftung der Kulturen ein Ertrag von 3,5 t/ha geerntet werden müsste, damit die Sonnenblume dem Raps konkurrenzwürdig wird.
Weiterhin wurden die Probleme bei der Aussaat im Frühjahr 2026 diskutiert. Durch Trockenheit und einen Starkniederschlag, welcher die Oberfläche stark verkrusten ließ, hatten die Sonnenblumen einen „schweren Start“, dies konnte man am ungleichmäßigen Feldaufgang erkennen.
Bei den angelegten Saatstärke-Parzellen wurde festgestellt, dass die Pflanzen sich mit höherer Saatstärke gegenseitig hochschieben. Die angelegten Saatstärken lagen zwischen 5,5 und 8 Pflanzen/m², wobei im Feld von 6,5 bis 7,5 Pflanzen/m² nach Teilfläche variiert wurde (siehe Poster).
Von Pascal Erler (Pioneer) wurde ergänzend erwähnt, dass sogar höhere Saatstärken ab 8,5 Pflanzen anzustreben sind. So würden sich kleinere Körbe bilden, welche sicherer abreifen können. Eine Abstufung der Saatstärke nach Teilfläche sorgt für eine homogenere Abreife und ist auf heterogenen Flächen sinnvoll.
Sandra Fröhlich von der BASF rundete die Informationen zum Sonnenblumenanbau mit Hinweisen zur Pflanzenschutzstrategie ab. Diese stellt besonders im Bereich der Fungizide aufgrund fehlender Zulassungen in der Sonnenblume ein Problem in Deutschland dar. Mit einer deutlich steigenden Anbaufläche lohnt es sich für die Pflanzenschutzfirmen aber vielleicht auch hier Zulassungen, die es in anderen EU-Ländern gibt, anzugehen.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden und Mitwirkenden für die erfolgreiche FIV!
