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Ausfallraps-Management – für jeden was dabei.

31. August 2026
Katharina Schmidt

Agrarimpuls des Bündnisses LandVision in Rossau am 27. August

Konzentrierte Stimmung gleich hinter dem Vorgewende. Ein Traktor, hinten angebaut ein Bodenbearbeitungsgerät, vor ihm ein grünes Meer aus Ausfallraps, schon fast 10 Zentimeter hoch – und 80 Menschen stehen dabei.

Dann der Moment: Mit ein bisschen Anlauf geht es hinein ins Raps-Meer, das sogleich seine Farbe von grün zu braun mit grünen Sprenkeln wechselt.

80 Menschen scharren neugierig mit den Füßen in der Erde, sehen mal mehr und mal weniger, sehen aber nicht so viel, wie die beiden mit dem Spaten und dem Besen: die Moderatoren Heiko Gläser vom Verein für konservierende Bodenbearbeitung und Direktsaat in Sachsen und Prof. Dr. Knut Schmidtke von der HTW Dresden. Am freigelegten Bodenbearbeitungsprofil trennte sich die Spreu vom Weizen – oder in diesem Fall die Wurzel vom Raps.

Beim Agrarimpuls-Feldtag in Rossau stand die Frage nach der optimalen Bodenbearbeitung nach Winterraps zur Debatte. Die Antwort darauf lautete wie so oft in der Landwirtschaft „es kommt darauf an“. Zur Entscheidungsfindung, worauf es jedem Bewirtschafter individuell ankommt, wurden zwölf verschiedene Bodenbearbeitungsgeräte unterschiedlicher Hersteller vorgeführt. Ziel des vorgeführten Bearbeitungsganges war es, den aufgelaufenen Ausfallraps flächig abzuschneiden, Bodenporen und -struktur zu erhalten, eine vor Erosion schützende Mulchschicht zu belassen und dabei die verbliebenen Ausfallsamen möglichst wenig zu verschütten und somit zur Keimung anzuregen. Dabei war der Raps in seiner Entwicklung bereits relativ weit vorangeschritten. Wärme und Niederschlag der vorherigen Tage hatten für ein gutes Wachstum gesorgt. Daher stießen die vorgestellten Fabrikate an die Grenzen der Vereinbarkeit der gesteckten Ziele und es ergaben sich zwei Optionen:

  • sehr flach arbeiten, um keine Samen zu verschütten, aber den bereits weit entwickelten Ausfallraps nicht flächig bekämpfen

oder

  • 4 bis 5 Zentimeter tief arbeiten, den Ausfallraps flächig schneiden, aber dabei Rapssamen verschütten

Mit den vorgestellten Geräten konnte die Bandbreite beider Optionen im Feld abgebildet werden. Technische Besonderheiten wie Bodenführung, das Handling großer Mengen Biomasse und Lastenabtrag wurden intensiv erklärt und diskutiert. Offen bleibt dabei noch die Auswirkung jedes Gerätes auf den späteren Aufgang des vorhandenen Samenpotentials.

Auf der Feldtagsfläche wurden quer zur Bearbeitungsrichtung kurz nach der Rapsernte Großparzellen mit weiteren Bearbeitungsvarianten angelegt, in denen mit der Scheibenegge des Praxisbetriebes vor Ort, mit Totalherbizid, mit Mulcher, mit Kettenegge und ohne Bearbeitung vorgegangen wurde (Abbildung 1). In der Mulcher- und Ketteneggen-Variante wurden etwa 800 aufgekeimte Ausfallrapspflanzen je Quadratmeter ausgezählt – daher kann von einem mindesten so hohen Samenpotential auf der Fläche ausgegangen werden, mit welchem umgegangen werden muss.

Abbildung 1: Versuchsaufbau Rossau

Es bleibt spannend, welche der zum Feldtag eingesetzten Geräte mit welcher Vorbearbeitung die besten Ergebnisse erzielen. Daher freuen wir uns, dass wir vor der nächsten Bearbeitung auf der Fläche nachsehen dürfen, wie die Varianten eine Woche nach dem Feldtag aussehen.

Wir als AgUmenda waren mit einem Poster zu unserer diesjährigen Praxisdemonstration zum Nacherntemanagement im Winterraps vor Ort. Wer sich für die ersten Einblicke in die Demoergebnisse interessiert, findet sie hier.