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Quinoa im Feldversuch: Auf der Suche nach der richtigen Portion Dünger

9. Juli 2026
Corina Sinkwitz

Immer mehr Landwirte sind auf der Suche nach neuen Kulturen, um die immer gleichen altbekannten Fruchtfolgen aufzulockern. Wie wäre es mit Quinoa? Das Pseudogetreide aus den Anden ist im Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher mittlerweile schon das 3. Jahr in Folge im Anbau. Es verspricht Wasser- und Nährstoffeffizienz auch bei Trockenheit.

In diesem Jahr begleiten wir den Anbau auf einem 30 ha Schlag im Rahmen einer Praxisdemonstration mit einem Düngeversuch. Da es für die Quinoa kaum Versuchsergebnisse gibt und damit auch keine Düngebedarfsermittlung gerechnet werden kann wie z.B. für Weizen, versuchen wir uns hiermit der optimalen Düngermenge anzunähern. Weiterhin wurden vier verschiedene Saatstärken (8 bis 14 kg/ha) ausgesät sowie die 3 aktuellen Sorten am Markt: Amaru, Bastille und Marquise. Kopf des Quinoa-Anbaus in Deutschland ist das Start-Up Unternehmen „Mudda Natur“, welches sich mit der Vermarktung von Bio-Quinoa einen Namen gemacht hat.

Zusammen mit den Kollegen von Mudda Natur und dem Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher fand am Montag, den 06.07.2026 ein Feldtag ganz im Namen der Quinoa statt (Abb.: 1). Nach der Verkostung von Quinoasalaten und Produkten von Mudda Natur (Abb.: 2) konnten alle einen Blick auf die angelegten Versuche werfen. Sortenunterschiede und Unkrautunterdrückung in Abhängigkeit von der Saatstärke wurden angeregt diskutiert. Weiterhin durften wir die ersten Ergebnisse des Düngeversuchs vorstellen.

Verglichen werden die Varianten mit und ohne Gärrest und eine Variante mit 60 kg N/ha zum Feldaufgang. Das Düngefenster mit 60 kg N durch LovoLav 27% N konnte man bereits im Vorfeld durch grünere und etwas größere Pflanzen gut erkennen (Abb.: 3). Am 18.06. wurden in den 3 aufgeführten Varianten Pflanzenschnitte durchgeführt und Proben im Labor auf den N-Gehalt untersucht. Festgestellt werden konnte eine geringere Trockensubstanz und ein höherer N-Gehalt bei der gedüngten Variante im Düngefenster. Auch der Gärrest zeigt seine Wirkung durch einen höheren N-Gehalt in den Pflanzen, welcher äußerlich im Vergleich zur ungedüngten Variante allerdings nicht zu erkennen war. Die Ergebnisse zeigen also, dass eine erhöhte Stickstoffmenge logischerweise dazu führt, dass die Quinoa langsamer abreift. Dies verzögert die Ernte und ist damit eigentlich sogar kontraproduktiv. Dennoch wurde zum Termin der Pflanzenschnitte eine weitere Schauparzelle mit 60 kg N angelegt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Quinoa in der Blüte. Wir sind gespannt, ob diese Düngegabe noch zur Wirkung kommt und welche Erträge die unterschiedlichen Düngestufen bringen.

Wer neugierig geworden ist und weitere Informationen zur Quinoa und unserem Feldtag erfahren möchte, kann gern in der MDR-Mediathek unter den nachstehenden Links vorbeischauen (es wurde live vom Feldtag berichtet).

MDR um 2 (ab Minute 3)

MDR um 4 (ab Minute 2:25)