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Es ist komplex – Ergebnisse der KPA-Kampagne im Winterweizen 2026

20. Juli 2026
Katharina Schmidt

Auch im Jahr 2026 haben wir unsere Beratungsbetriebe dazu aufgerufen, Pflanzenproben zur Komplexen Pflanzenanalyse (KPA) abzugeben. Grob erklärt, handelt es sich bei der KPA um ein „Großes Blutbild“ für Kulturpflanzen. Aus den Analyseergebnissen werden Einschätzungen zur aktuellen Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen gewonnen, um im besten Fall daraus Korrekturmaßnahmen wie eine Blattdüngung abzuleiten.

Der Großteil der Proben sind Pflanzenschnitte im Winterweizen. Bei dieser Kulturart ist eine Beprobung bis zum Ende des Schossens möglich, doch der beste Zeitpunkt für eine KPA-Analyse ist bis zum BBCH 32. Zu dem Zeitpunkt setzt die Bedarfsspitze ein und es besteht die Möglichkeit, Blattdüngunsmaßnahmen termingerecht und ggfs. arbeitszeitsparend gemeinsam mit dem Pflanzenschutz durchzuführen.

Für Getreide sind besonders die Spurenelemente Kupfer, Mangan und Zink relevant. Zur Kompensation von Nährstoffmängeln ist die optimale Korrekturmaßnahme eine Blattdüngung mit Kupfer und Zink einmalig bis BBCH 37, Mangan zweimalig im Abstand von 10-14 Tagen.

Bei den diesjährigen KPA-Proben aus Winterweizenflächen im Beratungsgebiet konnten im Verhältnis zum Vorjahr mehr Mangelerscheinungen nachgewiesen werden (siehe Diagramm 1). Besonders die Makronährstoffe Phosphor und Kalium fielen durch häufigere Fälle von Unterversorgung auf.

Diagramm 1: Vergleich der Ergebnisse der Pflanzenanalysen 2025 mit 2026

Zurückführen lässt sich dies wahrscheinlich auf eine größere Abfuhr von P und K durch höhere Erträge der Vorfrüchte im letzten Jahr. Ebenso kommt als Ursache die in diesem Jahr ausgeprägte kühle und trockene Frühjahrswitterung, welche das Wurzelwachstum und somit die Nährstofferschließung der Pflanzen hemmte. Wurde eine Kalkungsmaßnahme aufgeschoben, schlägt sich dies in einer verschlechterten Nährstoffverfügbarkeit durch einen ungünstigen Boden-pH nieder.

Neben Phosphor und Kalium traten auch bei Schwefel häufiger (siehe Diagramm 2) Mangelerscheinungen im Weizen auf. Zur Senkung der Kosten wurde vielerorts weniger schwefelhaltiger Stickstoffdünger zugekauft, was sich womöglich nun in den Mangelversorgungen niederschlägt. Dabei entzieht gerade Winterraps, der häufig als Vorfrucht vor Winterweizen steht, dem Boden vergleichsweise hohe Schwefelmengen.

Diagramm 2.: Ergebnisse der Komplexenpflanzenanalyse 2026 mit Häufigkeiten

Eine ausgewogene Nährstoffversorgung mit Marko- und Mikronährstoffen dient der Ertrags- und Qualitätsabsicherung.