Jubiläumsfeldtag am 28.05.26 in Dubrauke – Kontinuität, Innovation und gemeinsames Miteinander
Der Feldtag in Dubrauke nordöstlich von Bautzen hat, trotz der gefühlt von Jahr zu Jahr zunehmenden Veranstaltungsdichte im Mai und Juni, einen festen Platz im Terminkalender der Landwirtschaftsbetriebe in der Oberlausitz. In diesem Jahr wurde am Standort das 30-jährige Jubiläum gefeiert.
Wie es sich für einen derartigen Anlass gebührt, blickte Stefan Hesse bei der Eröffnung des Feldtages auf dem Betriebshof zunächst noch einmal auf die Anfangstage zurück und skizzierte, begleitet von einigen Anekdoten (Unwetter vor dem Feldtag, Beschaffung von Feldversuchstechnik), den Werdegang am Standort bis zum heutigen Tage. Zahlreiche produktionstechnische Meilensteine aus den Bereichen Düngung, Pflanzenschutz und Sortenzüchtung wurden in den vergangenen 30 Jahren in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus den genannten Bereichen auf den Flächen des Betriebes bearbeitet. Hauptantriebsfeder für die Arbeit in Dubrauke sei neben dem Streben nach verlässlichen produktionstechnischen Empfehlungen für die in der Region wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe stets das gemeinsame Miteinander gewesen.
Nach der feierlichen Eröffnung ging es auf die nahe am Betriebshof gelegene Versuchsfläche. Über die Parzellenblöcke Raps, Weizen, Gerste (Sorten- und Pflanzenschutzstrategien) arbeitete sich die rd. 50-köpfige Besuchergruppe schließlich zur von uns betreuten „Düngestation“ vor.
Beim Thema Stickstoffdüngung wird es selten langweilig
Der kurze Rückblick auf die Situation Anfang des Jahres verdeutlichte, dass es in dem Themenfeld Stickstoffdüngung selten langweilig wird. Die Aussetzung der zusätzlichen Vorgaben im Nitratgebiet, die langersehnte Klarstellung zum Begriff »Gefrorener Boden« im Zuge der Aufbringvorgaben (für alle Betriebe relevant) und nicht zuletzt die vielerorts kuriosen Nmin-Werte im Frühjahr (einschließlich deren Folgen) gaben auch abseits des vorgestellten Düngeversuches im Weizen reichlich Anlass zur Diskussion.
Einigkeit bestand darin, dass das, nicht zuletzt infolge der Irankrise, teure Gut Stickstoffdünger, unter Beachtung von Standort, Fruchtfolge, Anbau- und Vermarktungsstrategie unter den veränderten Umweltfaktoren bestmöglich zur Wirkung gebracht müsse. Vor allem die gefühlt von Jahr zu Jahr früher einsetzende Vegetation in Verbindung mit der standorttypischen Frühjahrstrockenheit waren 2023 Anlass, sich mit angepassten Düngestrategien im Rahmen des Auftrages zum Landwirtschaftlichen Gewässerschutz auseinanderzusetzen. In Zusammenarbeit mit dem BayWa-Agrarhandel und der SKW Piesteritz wurde der Versuch in Dubrauke im letzten Jahr gezielt erweitert, um einerseits arbeitswirtschaftlichen Aspekten bei der Gabenterminierung, aber auch strategischen Überlegungen beim Düngemitteleinkauf im Betrieb mehr Raum zu geben.
Gute Ertragsaussichten im Jahr 2026
Anlässlich des Jubiläums wurde die altbewährte E-Weizensorte Genius im Düngeversuch ausgedrillt. Deren Stärken hinsichtlich Winterhärte und Toleranz gegenüber Frühjahrstrockenheit kamen insbesondere in diesem Frühjahr deutlich zum Tragen. Trotz der erst im Mai einsetzenden Niederschläge präsentierte sich auf dem sandigen Weizengrenzstandort (35 BP) ein frohwüchsiger Bestand, über dessen Spätdüngung noch in der Vorwoche zu entscheiden war.
Welche Kriterien zur Bemessung der Spätdüngung Anwendung fanden, wurde konkret an den Versuchsparzellen erläutert. Die in der Vorwoche (19.05.) zum Zeitpunkt des Fahnenblattstadiums durchgeführte Ertragsschätzung, anhand der Anzahl starker Triebe (mehr als 500) und ausgebildeten Spindelstufen am Haupttrieb (16 bis 18), ließ das für Düngebedarfsermittlung zugrunde gelegte Ertragsniveau von 8 t/ha durchaus realistisch erscheinen. Die Beurteilung der aktuellen Nährstoffversorgung anhand des Blattvergleichs sowie die Abschätzung der N-Nachlieferung aus dem Boden mithilfe des Nitratschnelltests sprachen zudem dafür, die Spätdüngung zeitnah und in voller Höhe (60 kg N/ha) auszubringen. Der Bestand erhielt somit, wie in den Vorjahren auch, in Summe 190 kg N/ha. Über das vollständige Ausreizen der nach DüV zulässigen N-Menge in Höhe von 220 kg N/ha für den E-Weizen wäre bei dieser Sorte nur auf Standorten mit sicherer Wasserversorgung und bei vorab geklärter Vermarktung im Vertragsanbau zu diskutieren.
Hier finden Sie das Feldheft zum Feldtag mit Ergebnissen und Schlussfolgerungen für den Düngeeinsatz im Trockengebiet.
Wir bedanken uns an der Stelle recht herzlich bei der Familie Hesse für die inzwischen langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit und freuen uns auf die kommende Versuchssaison in der Oberlausitz.
