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Feldtag zu Vorernte- und Nacherntesaat von Zwischenfrüchten am 14.10.2026

19. Oktober 2026
Agumenda

Autorin: Louisa Schmidt-Wilcke (Praktikantin)

Am 14.10. fand in Burgstädt das 18.Praktikertreffen statt, das Andreas Graichen in Zusammenarbeit mit der KBD-Sachsen e.V.  ausrichtete. Neben Vertretern der Zwischenfruchtmischungen waren auch interessierte Praktiker vor Ort, um sich über die diesjährigen Fragestellungen rund um die Zwischenfrucht auszutauschen.

Im Mittelpunkt des Feldtags standen die Nachernteversuche. Nach der Ernte der Vorfrucht Weizen am 08.08. wurden die Zwischenfrüchte am 21.08. ausgesät. Die Saatgutmischungen stellten die KWS, Saatgut 2000, DSV, Saaten-Union und der BayWa.

Das Hauptproblem war der hohe Anteil an Durchwuchs von Gräsern, vor allem von Weidelgras. Die Bestände hatten die Reihen nicht geschlossen und zu wenig Biomasse gebildet. Dafür wurden zwei Ursachen in der Diskussion ausgemacht: Der Reihenabstand von 30 cm und die zu späte Aussaat. Durch den weiten Abstand fehlten Konkurrenzdruck und Beschattung, sodass sich das Weidelgras leicht etablieren konnte.

Nach Ansicht der Runde, ist eine weitere Möglichkeit Ungräser zurück zu drängen, nicht nur oberirdisch sondern auch unterirdisch ausreichend Biomasse aufzubauen. Dafür eignen sich vor allem Öllein, Phacelia und Buchweizen. Besonders im Fokus stand der

Öllein, da er den Boden tief durchwurzelt und sogar Störschichten durchbrechen kann. Phacelia, Senf und Buchweizen wurden zudem für ihre „Sprinter“-Funktion gelobt, also ihre schnelle Jugendentwicklung. Bei der oberirdischen Massenbildung lag der Senf an erster Stelle und wurde mehrfach empfohlen, um den Reihenschluss zu sichern. Auch Klee und Phacelia sind dafür gute Komponente, weil sie sich schnell entwickeln und wenig Nährstoffe brauchen.

Ausdrücklich gewarnt wurde vor der Kleeseide. Sie ist ein Vollparasit ohne Blattgrün und ohne Wurzeln im Boden und lebt ausschließlich von ihrer Wirtspflanze, vor allem von Klee und Luzerne. Mit feinen Saugorganen dockt sie an die Leitbahnen der Kulturpflanze an und entzieht ihr Wasser und Nährstoffe. Die winzigen Samen der Kleeseide ähneln Kleesamen und gelangen über unzureichend gereinigtes Saatgut auf die Fläche, wo sie viele Jahre keimfähig bleiben. Bekämpfen lässt sich die Seide kaum, denn was sie trifft, schädigt meist auch den Klee. Umso wichtiger ist sauberes, zertifiziertes Saatgut.

Zum Abschluss wurde ein Drohnenflug zur Ausbringung von Zwischenfrüchten vorgeführt. Die Firma Tree Cropter zeigte eine Drohne mit einem 70-Liter-Tank, die bis zu 50 kg Saatgut ausbringen kann. Die Flächenleistung liegt bei bis zu 100 ha am Tag, allerdings nur, wenn der Schlag quadratisch und eben ist. Bei unförmigen Feldstücken in Hanglage sinkt sie auf etwa 60 ha am Tag.

Zur Ausbringung per Drohne spielt nicht die Form der Körner die entscheidende Rolle, sondern ihre Größe und ihr Gewicht. Zwischenfrüchte mit schwereren Körnern, wie die Sonnenblume, fliegen weiter und sind deshalb eher am Rand der Streubreite zu finden. Wichtig ist auch der Umgang mit dem Stroh. Wenn es auf dem Feld bleibt, sollte es nicht zu kurz abgeschnitten werden, damit es nicht zu dicht am Boden liegt. Eine gleichmäßige Strohverteilung über die Arbeitsbreite ist aber immer noch entscheidend.

Abgerechnet wird pro Hektar. Ab einer Fläche von 25 ha kostet der Drohnenflug 30 bis 40 € je Hektar. Die Ausbringung von Dünger ist mit 60 € je Hektar noch etwas kostspieliger.

Bei der Vorführung zeigte sich außerdem ein Problem, das vielen Anwesenden zuvor gar nicht bewusst war: der sogenannte Downwash. Der Abwind der Drohne drückt dabei das Getreide zu Boden, was zu Lagerschäden führen kann. Deshalb fliegt die Drohne, vor allem in Roggen, meist in einer Höhe von 6 bis 7 m.

Zum Abschluss stellte auch Amazone mit CultiWise ihre Lösung im Bereich der Drohnentechnik vor. Eine deutlich kleinere Drohne kann vor allem in Zuckerrüben- und Maisbeständen Unkräuter erfassen, die anschließend teilflächenspezifisch behandelt werden können. Dafür müssen lediglich die Daten des Feldstücks eingegeben werden, den Schlag fliegt die Drohne dann selbstständig ab.

Der Feldtag hat gezeigt, dass für eine erfolgreiche Zwischenfrucht Saatzeitpunkt, Reihenabstand und Artenwahl gut aufeinander abgestimmt sein müssen. Gleichzeitig bieten neue Techniken wie die Drohne spannende Möglichkeiten für die Zukunft der Aussaat und des Pflanzenschutzes.