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Ein Boden, viele Antworten

30. Oktober 2026
Agumenda

Autorin: Louisa Schmidt-Wilcke

Wie viel Wasser kann unser Boden in Abhängigkeit von Bearbeitung aufnehmen? Wie gut kann er Wasser halten? Und wie finden das die Regenwürmer? Fragen über Fragen, für die mit mehreren Methoden auf dem Dauerversuch der Südzucker Ag in Lüttewitz Antworten gefunden wurden.

Der Dauerversuch bezieht sich vor allem auf die Bodenbearbeitungsmöglichkeiten. Dazu ist der Schlag in fünf Parzellen unterteilt. Die erste Parzelle wurde als Streifensaat mit der Claydon-Sämaschine gesät. Dies geschah dieses Jahr jedoch zum ersten Mal, davor wurde hier in Mulchsaat gearbeitet, das bedeutet alle 30 cm ein 20 cm tiefer Lockerungsschlitz unter der Saatreihe.  Auf die Streifensaat folgen vier Parzellen, die seit 1997 gleich bearbeitet wurden. Das sind Pflug (25 cm tief), Direktsaat, Mulch-flach (10 cm tief) und Mulch-tief (25 cm tief) (Abb.1).

Zur Untersuchung rückte die TU Freiberg mit viel Equipment an, um die Infiltrationsmessungen durchzuführen. Dabei wird gemessen, wie viel Wasser im Boden versickert und wie viel hingegen über die Oberfläche abfließt. Für den Beregnungsversuch wurde ein Prüffeld von einem Quadratmeter bei einer Hangneigung von 4% ausgewählt. Über der Fläche wurde ein Regensimulator und talseitig eine Abflussrinne installiert (Abb.2).

Der Boden wurde fortlaufend mit einem Liter je Minute beregnet bis sich ein gleichbleibender Abfluss einstellte. Eine Rinne fing den Oberflächenabfluss sowie das mitgerissene Bodenmaterial auf. Die Infiltration, also das in den Boden eingedrungene Wasser, wurde aus der Differenz zwischen Beregnungsmenge und Abfluss berechnet.

Zeitgleich entnahmen wir Stechzylinder aus den Tiefen 5-10 cm sowie 15-20 cm. Anhand dieser Proben werden im Labor der Bergakademie die Lagerungsdichte und Porenverteilung ermittelt. Damit kann die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens beurteilt werden. Es wurden auf jeder Parzelle jeweils sechs Proben entnommen. Dazu wurde zunächst ein Loch auf Zieltiefe ausgehoben, sorgfältig begradigt und dort die Stechzylinder mit einem Aufsatz und Hammer in den Boden geschlagen (Abb.3). Anschließend wurden die Zylinder vorsichtig ausgegraben und die Erde auf den offenen Seiten der Zylinder mit einem Messer plan abgeschnitten. Dieses Verfahren verlangte viel Geduld von uns, da die Erde in den Zylindern ohne Lücken und Störungen mit dessen Rand abschließen muss. Aufgrund der Trockenheit zerbrach die Erde oft und die Probe musste wiederholt werden. Ein positiver Grund, eine Probe zu verwerfen, waren enthaltene Regenwürmer oder deren große Poren.

Auch die Firma Jörd war an einem Tag vor Ort. Diese bauten Bodensonden von Sentek in die Parzellen, damit wir die Bodenfeuchte über die Saison dauerhaft erfassen können. Dazu wurde mit Hilfe eines Spezialbohrers ein Loch gebohrt, in das eine 90 cm lange Sonde eingelassen wurde. Die Sonde hat alle 10 cm einen Sensor, der Bodenfeuchte und Bodentemperatur misst und diese Daten täglich übermittelt (Abb. 5). Auf den Flächen der Pflugbearbeitung und der Direktsaat wurden spezielle Sonden installiert, die zusätzlich auch den Salzgehalt des Bodens erfassen.

Zudem wurde die Regenwurmpopulation auf den einzelnen Parzellen erfasst. Dazu wurde in jeder Variante mit zwei Wiederholungen ein 0,125 m²  großes und 20 cm tiefes Loch gegraben. Die ausgehobene Erde wurde in beschriftete Eimer gelagert und später nach den Flachgräbern durchsucht. In das ausgehobene Loch wurde eine Senfmehl-Lösung gegossen, die in den Röhren der sogenannten Tiefgräbern versickerte und diese durch die leicht reizende Wirkung auf der Haut, an die Oberfläche treibt (Abb.6). Dort konnten sie eingesammelt und später bestimmt werden.

Stay tuned für die Ergebnisse!