Pflanzenbauliche Anpassungsstrategien in Trockenregionen
Sächsischer Feldtag WRRL in Strelln am 08.10.2026
In Strelln (Landkreis Nordsachsen) findet dieses Jahr der landesweite Feldtag zur Umsetzung der EU-WRRL in Sachsen statt. Auf einer Praxisfläche des LWB Sebastian Höde werden dort in Zusammenarbeit mit der U.A.S. Umwelt- und Agrarstudien GmbH aus Jena, dem KPZ Nachhaltige Landwirtschaft (LfULG) und uns umfangreiche Versuche auf mehr als 250 Versuchsparzellen durchgeführt. Diese stellen für uns ein wesentliches Fundament für die einzelbetriebliche Beratung zur Nitrataustragsminderung in den Beratungsbetrieben dar. Hierbei ist die Aussagefähigkeit der in Strelln erzielten Ergebnisse nicht nur auf das nordsächsische Heidegebiet begrenzt.
Hauptaugenmerk der Strellner Versuchsanlage liegt auf der Optimierung des betrieblichen Nährstoffeinsatzes in den wirtschaftlich bedeutsamen Kulturen Raps, Weizen, Gerste und Mais. In diesem Zuge sollen die langjährig bewährten und in der Fläche angewandten Beratungswerkzeuge hinsichtlich ihres Nutzens für die operative Entscheidungsfindung im Betrieb demonstriert werden. Im Spannungsfeld strenger düngerechtlicher Vorgaben, v.a. in den als Nitratgebiet ausgewiesenen Kulissen, betriebswirtschaftlicher Unwägbarkeiten (hohe Betriebsmittelpreise, schwache Erzeugerpreise), seit 2023 veränderter förderpolitischer Rahmenbedingungen (Ökoregelungen, AUK-Maßnahmen) und nicht zuletzt auch aufgrund der klimatischen Unsicherheiten (zuletzt Hitzewelle im Juni) werden verstärkt Fragen der zukünftigen Betriebsausrichtung diskutiert. Welche Möglichkeiten und Grenzen hinsichtlich der betrieblichen Fruchtfolgeanpassung auf einem diluvialen Trockenstandort bestehen werden anhand einer deutlich extensiveren Fruchtfolge am Standort thematisiert.
Bislang liegen nur wenige Erkenntnisse zum tatsächlichen N-Austragsverhalten aus landwirtschaftlich genutzten Böden unter den speziellen nordsächsischen bodenklimatischen Bedingungen vor. Um diesbezüglich mehr Einblick in die komplexen Zusammenhänge zu bekommen, sind in einem Großteil der Versuchsparzellen Saugsonden in einer Tiefe von 70 cm verbaut. In diesen wird kontinuierlich über die Sickerwasserperiode hinweg das anfallende Sickerwasser auf die Nitratkonzentration untersucht. Anhand der über das Kompetenzzentrum Nachhaltige Landwirtschaft initiierten Untersuchungen sollen Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme auf das Nitrataustragsgeschehen durch eine angepasste Bewirtschaftungsweise aufgezeigt, aber auch Zielkonflikte klar angesprochen werden.
Nach einer guten bis sehr guten Getreide- und Erbsenernte, jedoch wie vielerorts ernüchternden Rapserträgen, hat das Versuchsjahr 2026 mit der Ernte der Sommerkulturen Silomais und Sonnenblumen seinen Abschluss gefunden. Die Zwischenfrüchte und der Raps für das vorerst letzte Versuchsjahr kamen im August unter günstigen Bedingungen in den Boden und können Anfang Oktober hinsichtlich des Etablierungserfolges eingeschätzt werden. Der Abschluss des dritten Versuchsjahres soll zum Anlass genommen werden, um die bislang am Standort erzielten Ergebnisse unter verschiedensten Blickwinkeln (Pflanzenbau, Ökonomie, Gewässerschutz) zur Diskussion zu stellen.
Wir freuen uns über zahlreiche Gäste – auch über die Grenzen des Landkreises Nordsachsen hinaus.
Ansprechpartner:
Markus Theiß, AgUmenda GmbH, Tel. 0162 583-3625, m.theiss@agumenda.de, www.agumenda.de
Hier finden Sie die Nachlese zum Fachgespräch Landwirtschaftlicher Gewässerschutz 2025.
