Feldtag zum Gewässerschutz: 180 Parzellen, vielfältige Erkenntnisse
Am Donnerstag, dem 08.10.2026, fand in Strelln der sächsische Feldtag zur Wasserrahmenrichtlinie statt. Unter dem Motto „Versuch macht klug und 180 ortsfeste Parzellen machen klüger“ konnten sich die insgesamt 60 Teilnehmenden ein Bild von dem im Herbst 2023 angelegten Fruchtfolgeversuch in Nordsachsen machen.
Mit tatkräftiger Unterstützung durch die U.A.S. Umwelt- und Agrarstudien GmbH, die Agrargenossenschaft Doberschütz e.G., die AMAZONEN-WERKE H. DREYER SE & Co. KG, das Kompetenzzentrum Nachhaltige Landwirtschaft und das Förder- und Fachbildungszentrum Wurzen sowie durch die Informations- und Servicestelle Rötha (Sitz in Zwenkau) des LfULG erhielten die Teilnehmenden an insgesamt vier Stationen Informationen zu den Themen Fruchtfolge, Zwischenfrüchte, Direktsaat, Schaderregerüberwachung u.v.m..
Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Teilnehmenden im geräumigen Festzelt mit informativen Vorträgen durch den Präsidenten des LfULG, Heinz Bernd Bettig, Dr. Jörg Perner von der U.A.S und Markus Theiß von der AgUmenda begrüßt.
An Station 1 informierte das FBZ Wurzen sowie die ISS Rötha über die Schaderregerüberwachung mit Hilfe des Pflanzenschutzwarndienstes und ISIP. Im Mittelpunkt stand dabei leider auch in diesem Jahr wieder der Rapserdfloh. Unser Mitarbeiter Wieland Ihm stellte zudem unseren Erdflohversuch im Raps vor. Hierfür wurden engmaschige Netze über einzelnen Rapsparzellen ausgebreitet während andere Versuchsparzellen im September mit Kristallkalk als Erdflohabwehr behandelt wurden.
Station 2 beschäftigte sich mit dem Thema Fruchtfolge und Zwischenfrüchte sowie deren Einfluss auf die N-Dynamik im Boden. Dazu stellten Dr. Diana Heuermann vom Kompetenzzentrum Nachhaltige Landwirtschaft und Dr. Philipp Stahn vom LfULG, die am Standort verbauten Saugkerzen zur Untersuchung des Sickerwassers sowie langjährige Ergebnisse der Nmin-Dauertestflächen vor.
An Station 3 wurde es technisch. Hier konnte man sich über die Anhängesämaschine Condor von Amazone informieren, die laut Hersteller speziell für den Einsatz unter trockenen Bedingungen zu Mulch- oder Direktsaat konzipiert wurde. Das Arbeitsbild dieser Maschine konnte man sich zudem auf der angrenzenden Weizenfläche der Agrargenossenschaft Doberschütz e.G. anschauen.
An Station 4 stand schließlich ein Saatstärkenversuch im Zweitfrucht-Körnermais im Mittelpunkt, vorgestellt von unserer Mitarbeiterin Corina Sinkwitz und Elias Keil von der Agrargenossenschaft Doberschütz e.G.. Vor allem in Hinblick auf die zunehmende Trockenheit im Frühjahr und Sommer ist der Zweitfruchtmais ein umstrittenes Thema. Trotzdem konnte der Versuch vor allem mit niedrigeren Saatstärken mit für den Standort zufriedenstellenden Erträgen überzeugen.
Obwohl eine Teilnahme am Feldtag leider nicht persönlich möglich war, soll auch das JKI nicht unerwähnt bleiben, welches den Fruchtfolge Versuch am Standort Strelln für Untersuchungen von wurzelassoziierten Bakterien in der Wintergerste nutzte. Die Ergebnisse zeigten, dass eine breitere Fruchtfolge das Wurzelwachstum und die Anzahl der Bakterien im Wurzelraum förderten und dass die Fruchtfolge einen entscheidenderen Einfluss auf die untersuchten Parameter hat als die Stickstoffdüngung.
Den gelungenen Feldtag rundete letztendlich der langersehnte Regen ab (7mm).
Unser Dank gilt allen, die den Feldtag besucht sowie mit fachlicher Expertise unterstützt haben. Außerdem ein großes Dankeschön an den Schicketanzhof für die Verpflegung.
Wer sich noch näher mit den fachlichen Inhalten des Feldtages beschäftigen möchte, findet das Feldtagsheft unter diesem Link.
